Baudelaire

Gestern abend auf dem Sofa hatte ich endlich mal wieder Zeit zum Stricken – aber nur Projekte auf den Nadeln, die doch ein bisschen Hirnschmalz erfordern. Ich wollte eine Anleitung, was Simples, aber Hübsches, und etwas, bei dem ich mir keinen Kopp machen musste, ich war nämlich ganz schön platt. Ich hätte gern ein kleines Lace-Tuch gemacht, aber ich habe da diese Idee für ein neues Tüchlein, und dann wäre es doch irgendwie sinnlos gewesen, ein anderes anzuschlagen. Und Socken… kann man immer brauchen. Letztes Jahr hatte ich (inspiriert durch YarnHarlot) Sockenwolle und passende Muster in Ziplock-Tüten zusammengepackt, und gestern abend, ein Strick-Notfall, sozusagen, war das ganz praktisch. Ich nahm einfach die Tüte mit dem Knäul, dessen Farbe mir am besten gefiel. Und jetzt stricke ich zum ersten Mal Socken von Cookie A, nämlich Baudelaire. Und über mein neues Tuch muss ich noch ein bisschen nachdenken…

Last night, sitting on the sofa, I needed something new to knit. Something not self-designed (that would have required too much brainpower, and I was not feeling too well). I would have liked to make a little lacy shawl, but on the other hand, I have this idea for a new shawlette, and it would have been useless to cast on another shawl before that. So I chose socks. Socks are always useful, though not my favorite knitting. Fortunately, I had a couple of ziploc-bags with readily would sockyarn plus matching patterns (last year’s self-imposed sock club inspired by YarnHarlot – only that I didn’t stick to it like she did). I chose a beautiful dark red yarn and Baudelaire, an old Knitty pattern by Cookie A. First time that I am knitting socks designed by her. And about my new shawlette I will have to think a little more. When I feel ready.

Trillian

Wir waren mal wieder ein paar Tage unterwegs. Diesmal allerdings nicht an der Ostsee (ist bei Schnee vielleicht nicht so gemütlich), sondern in einem Centerparks Park (das heißt wirklich so!) in Bispingen bei Hamburg. Anfahrt: Rekordverdächtige 52 Minuten. Mein Männe hatte noch ein paar Tage Urlaub, weit weg wollten wir nicht. Leider lassen einige Wellness-Hotels Kinder nur zu bestimmten Zeiten ins Schwimmbad, und davon wollten wir uns nicht einschränken lassen. Darum haben wir mal das andere Extrem ausprobiert – Ferienhaus plus Spaßbad all-inclusive. Und es war ganz nett: Riesige Indoor-Spielwelten, in denen sich die Kleinen so richtig schön austoben konnten, ein tolles Schwimmbad (das für meinen Geschmack aber ruhig etwas mehr geheizt hätte sein können) und – am allerwichtigsten! – jeden Abend erstaunlich gutes Essen, um das wir uns nicht kümmern mussten, und hinterher hat jemand anderer abgeräumt und den Tisch abgewischt. Gewöhnungsbedürftig einzig der Soundtrack für Restaurant und Indoor-Spielwelt, der seit Errichtung des Parks in den späten 80ern offenbar nicht mehr geändert wurde. Ich konnte meinem Hirn tatsächlich die Interpreten von „When will I be famous“ (Bros) hervorlocken, und ich habe auch „Dein ist mein ganzes Herz“ auf Italienisch wiedererkannt. Ein bisschen (aber wirklich nur ein bisschen) Zeit zum Stricken hatte ich auch. Und hab das hier gemacht:

Trillian – ein Tuch, von der Form her ähnlich wie mein Hitchhiker, aber mit hübscher Netzkante an beiden kurzen Dreiecksseiten. Und natürlich wieder jeder Menge kraus rechts – ich mag einfach, wie bunte Sockengarne damit aussehen, die ich für Socken dann doch zu schade finde. Es ist sehr einfach zu stricken, das Muster hat man in Nullkommanix auswendig drauf – genau richtig, wenn vor lauter Vorweihnachts-Trubel der Kopf einfach voll ist. Viel Spaß damit!

We have been away for a couple of days, this time not at the sea (wouldn’t be that cozy in the snow) but in a Centerparks Park (sic!) close to Hamburg. We found that some of the nicer hotels that feature indoor pools only allow children to enter during a couple of hours per day so we tried the other extreme: A holiday park especially for families. And it was actually quite nice: A gigantic indoor-playground, huge indoor pool with water slides and all kinds of fun stuff for the kids, and – most importantly – a surprisingly good buffet at night. Only thing that was kind of odd was the soundtrack they played at the restaurant. Apparently they have not changed it since the park was established in the late 80s. I had a little (only a little!) time to finish my new shawlette: Trillian. It has a similar shape as my Hitchhiker but features a fishnet lace border on both short sides of the shallow but long triangle. And again lots of garter stitch – I just like the look it gives multicolored yarns. And I find it very relaxing to knit – the pattern can be memorized in no time. This shawlette is perfect pre-x-mas knitting when you need something simple to clear your head. Enjoy!

Lost!

Ist es nicht hammer-mega-ärgerlich, wenn man selbstgestrickte Sachen verliert? Besonders doof bei Mützen und Handschuhen. Denn die braucht man bei dem Wetter, und es dauert dann ein paar Tage, bis Ersatz fertig ist. Vor ein paar Monaten hab ich eine total schöne grüne Kindermütze verloren, weil ich sie zu lose in den Korb unter der Karre gestopft hatte. Und gestern abend dachte ich schon, ich hätte meine Fetchings aus Wollmeise Molly im Bus liegenlassen. Hier in Hamburg kriegt man sowas niemals zurück – das hab ich mal probiert, als mein Sohn seine geliebten (aber zum Glück nicht von mir selbst gestrickten) Fausthandschuhe, in denen sogar sein Name eingenäht war, im Bus hat liegenlassen. In der Fundbüro-Stelle der Hochbahn haben sie sich glatt totgelacht. In meiner unendlichen Naivität habe ich mittlerweile Namensetiketten drucken lassen, auf denen auch meine Handynummer steht. Vielleicht ruft ja doch einer an, der eine selbstgemachte Kindermütze findet? Und falls nicht, wäre die Handynummer am Kind doch nützlich, falls das ganze Kind mal verloren geht. Jedenfalls habe ich gestern abend noch unsere ganze total chaotische Garderobe durchwühlt, Kisten mit Schals und Tüchern, und ich schwöre, ich habe auch in die Kapuze meines Mantels geguckt, weil ich da oft Handschuhe und Mütze reinstecke, einfach weil nirgendwoanders Platz ist. Nix. Fetchings weg. Die dauern zwar nicht lange zu stricken, aber traurig war ich doch. Ich versuchte mich ein wenig damit zu trösten, dass es für fingerlose Handschuhe jetzt sowieso schon zu kalt ist und ich jetzt eher meine knallroten „Miss Sophie’s Hands“, die ich mir letztes Jahr gestrickt habe, tragen muss. Und heute morgen dann, nachdem ich mit aufgezogener Kapuze im Schneesturm meine Kinder in die Kita gebracht hatte, kamen mir die Fetchings doch noch entgegen. Ein Wunder, dass sie nicht zwischendurch irgendwo rausgefallen waren! Hab mich jedenfalls gefreut. Und werde jetzt noch besser auf alles aufpassen. Und überall meine Handynummer reinnähen, für den Fall der Fälle.

It’s always very, very annoying to lose stuff you have knit yourself. Hats, gloves, mittens – especially if you need them right now and it takes at least a couple of days to knit new ones. I once lost one Saartje’s Baby Bootees on my way to the pediatrician. Searched the whole street and ended up knitting a new one. A couple of months ago I lost a simple, but pretty baby hat because I had failed to stuff it deep enough into the strollers‘ basket. And last night I was almost convinced I had lost my Wollmeise Molly Fetchings on the bus. If that happens, you do not have the tiniest chance to get things back here in Hamburg. When my son lost his beloved (but not handknit) mitts last year (they had nametags sewn into them), the woman at the lost-and-found of the Hamburg public transport just laughed at me. Naive as I am, I still ordered nametags with my mobile phone number on them, just in case. Maybe someone will call if he finds a pretty handknit hat that some kid has lost. And moreover, I surely doesn’t hurt to have you phone number on your kid, in case the whole kid gets lost.

Anyway, last night I searched our entire pile of coats, jackets, hats, mitts, between the shoes, everywhere. And I swear I looked into the hood of my raincoat, where I tend to stuff my hat and mitts, but nothing. Fetchings are a quick knit, but I felt sad anyway. I tried to console myself with the fact that it’s now definitely too cold for fingerless mittens and that I would have to wear my red Miss Sophie’s Hands that I made last year from now on. Well, surprise: After taking my kids to Kindergarten in the snow-storm, hood on head, I noticed my Fetching had travelled all the way with me – in the hood. It’s a miracle they did not fall out. I promised myself I would watch out for my stuff. And sew my phone-number into everything, just in case.

Variation

Christmas is coming! Weihnachten naht!

Es ist mein zweiter Hitchhiker, diesmal aus Lollipop 100% Merino, Farbe „Mauritius“. Er ist etwas kleiner als der erste, aber macht sich aufgewickelt super als Weihnachtsbäumchen.

It’s my second Hitchhiker, this time made of 100% Merino by Lollipop, colorway „Mauritius“. A little smaller than the first one, but very cute as a little christmas tree, I think.

Hitchhiker

Oh, war das schön. Ich hatte seit viereinhalb Jahren zum ersten Mal wieder ein Wochenende nur für mich, und ich war an der Ostsee (habe der Versuchung widerstanden, nach Pfaffenhofen zum Wollmeise-Laden zu fahren):

Ich liebe den Ostseestrand, mit all den vielen Steinchen, dem Seegrasgeruch. Ich liebe das kalte Wetter im Herbst und gehe auch im Regen am Strand spazieren. Mein Gehirn erlebt dabei große Glücksgefühle, wahrscheinlich weil es all das von meinen vielen Schulferien auf der Insel Fehmarn wieder erkennt.

Zu einem perfekten Erholungswochenende gehört natürlich auch das Strickzeug dazu. Und hier mein Ergebnis:

Ein langes, flaches Dreieckstuch, kraus rechts gestrickt mit witziger Zackenkante, aus Wollmeise 100% Merino in der Farbe „Red hot Chili“. Und weil ich so viel Zeit hatte, hab ich das Muster gleich aufgeschrieben und bei Ravelry eingestellt (auf Deutsch und Englisch) – hier zum Download für 3,40 €. Ich hoffe, Ihr habt beim Stricken genauso viel Spaß wie ich!

I had the most perfect weekend at the shore of the Baltic Sea, all by myself, for the very first time since my son was born in 2006. I just love the little beaches full of pebbles, I love the stormy and rainy weather at this time of year. Perfect for long walks on the beach. It reminds my brain of all the vacations I spent on the island Fehmarn when I was a kid, and it produces all kinds of happy feelings.

Now, a perfect weekend wouldn’t be perfect without knitting. So I finished my new Design, Hitchhiker: A shallow triangular shawlette in Wollmeise 100% Merino, Colorway „Red Hot Chili“. Looks like I had too much time on my hands, because I already wrote up the pattern and put it up on Ravelry (downloadable here for 3.40 €). I hope you enjoy knitting it as much as I did!

Mütze. Aber wo ist der Schal? Und die Handschuhe?

Hier ist also mein Blaukäppchen:

Das Muster ist bereits in Arbeit. Und nun? Hab ich eine Mütze, aber keinen Schal, der dazu passt. Und Handschuhe erst recht nicht. Letztes Jahr hab ich mir knallrote Fingerhandschuhe gestrickt, die wären mit dem Blaukäppchen dann doch too much. Ich will ja nicht aussehen wie ein Clown. Und einen passenden Schal hab ich auch nicht. Ich könnte höchstens einen schwarzen Fleeceschal nehmen, den ich mal für 2 Euro auf einem Weihnachtsmarkt gekauft habe, und dazu einfache schwarze Wollhandschuhe. Aber das wäre… langweilig. Ebenso langweilig fände ich Mütze, Schal und Handschuhe alle aus der gleichen Farbe. Vielleicht sollte ich vor dem Stricken mal nachdenken, wozu ein Teil überhaupt passen würde. Sonst hat man als Strickerin ja schnell einen Muster- und Farboverkill an: Das schöne Lace-Tuch, die Handschuhe mit dem Süßen Zopfmuster in einer extremen Knallfarbe, dazu eine originelle Mütze, die beim Stricken so viel Spaß gemacht hat. Wie macht Ihr das eigentlich? Strickt Ihr ein schönes Accessoire wie z. B. die Handschuhe von Laris, und kauft dann eine unauffällige Mütze plus Schal dazu? Strickt Ihr komplett passende Sets? Oder kombiniert ihr einfach alles ganz wild durcheinander? Und, Frage aller Fragen: Was für ein Schal würde zu meinem Blaukäppi passen?