Minimalism(us)

Ich hab’s getan: Ich habe Wolle weggeschmissen. Zu meiner Verteidigung: Es waren keine ganzen Knäule, sondern angebrochene, übrig geblieben von einer Strickjacke aus dem Jahr 2003. Ein paar Baumwollknäule, aus denen ich für meinen Sohn in Chile einen Strampler gestrickt habe. Eine halb aufgeribbelte, weil missratene Schwangerschaftsjacke von 2005. Und eine kone ungefärbtes, gefachtes Sockengarn, das ich mal bei E-bay ersteigert hatte, in der Absicht, es zu färben. Das war keine Premiere beim Wolle-Wegschmeißen, aber Wolle-Entsorgen ist doch immer wieder ein sehr emotionaler Moment. Denn ich liebe Wolle. Ich bin Strickerin.

Aber ich bin auch ein Fan vom Entrümpeln und Entrümpelungs-Literatur. Neulich bin ich auf die Blogs von Leo Babauta (ZenHabits und mnmlist.com) gestoßen. Der Mann treibt es natürlich auf die Spitze, aber vieles von dem, was er schreibt, ist durchaus hilfreich für Normalos wie mich. Alte Uni-Unterlagen, Notizhefte vom Büro? Weg. Alte Bücher? In Zeiten von stets überall herunterladbaren e-books nur aufheben, wenn man sie wirklich, wirklich mag. Klamotten, die man nicht trägt? Weg (im Klamotten-Entsorgen bin ich echt gut!). Und so fort. Macht Spaß, befreit, die Wohnung sieht viel besser aus danach. Aber mein Wollvorrat it von meinen Minimalismus-Attacken weitgehend ausgenommen. Ebenso die Strickbücher und -Zeitschriften. Denn man entrümpelt nicht, um auf irgendetwas zu verzichten. Man entrümpelt, um Platz für das zu schaffen, was man liebt, was man gern tut, wofür man Leidenschaft empfindet. Und das ist bei mir Stricken. Und darum ist mein Riesen-Wollvorrat gelebter Minimalismus.

I did it. I threw out some yarn. In my defense, I must say that they were not entire skeins, just leftovers from a cardi I made in 2003, some cotton I took to Chile in 2006 to make my son a romper, and a half-frogged misshaped pregnancy jacket. Plus a cone of undyed sockyarn from e-Bay, which I bought a couple of years ago. But I am not dyeing anymore, so it could just go. It was not the first time I got rid of yarn, but it’s always quite emotional for me. Because I love yarn. After all, I am a knitter.

But I am also a big fan of decluttering and books about that. A couple of weeks ago, I found Leo Babauta’s blogs on the web (ZenHabits and mnmlist.com). He might be exaggerating at some points, but a lot of what he writes is actually useful for ordinary people as well. Old stuff from College, notes from work – gone. Old books – now, that you can get almost anything as an e-book, there is no reason to let old paperbacks (that you might not even like that much) clutter your home. Clothes I don’t wear – gone. I have actually become quite good at decluttering my closet. It’s fun, it does take serious weight off your shoulders, and your home looks sooo much better afterwards. But usually, I do not touch my yarn stash or my knitting books. Because you shouldn’t throw out things you actually care about. Decluttering is for giving you space for the things you love, things you are passionate about (even according to Leo). For me, that’s knitting. So, I am happy to say that I have a minimalist giant stash of yarn.

One Comment on “Minimalism(us)

  1. Hallo Martina,
    also Wolle habe ich erst einmal weggeschmissen, da waren Motten drin. Aber ansonsten würde ich die nie so entsorgen. Ich habe mir aus dem Netz eine Adresse geholt von einer Strickerin, die strickt für Obdachlose. Sie bekommt meine Reste und auch Wollen, die Fehlkauf und was auch immer waren. Oder ich habe Mützen für Krebskranke gestrickt…..
    Aber es ist richtig, ein Entrümpeln ist gut und ich muß auch wieder mal was machen.
    Gerade ist mein hitchhiker fertig.
    Lieben Gruß
    margit