Socken mit Löchern

Waving Twins

Okay, ich gebe zu: Socken sind nicht mein Lieblings-Ding. Sie sind recht umständlich zu stricken, und am Ende verschwinden sie unter Schuh und Hose. Warum also wertvolle Strickzeit darauf verwenden, die man auch für einen hübschen Schal oder Pulli nutzen könnte? Den sieht man später nämlich wenigstens. Darum stricke ich meistens eher Schals als Socken. Aber seit ich in meinem neuen Büro arbeite, das zufällig im kältesten, nicht isolierten Zimmer unserer Wohnung liegt, leide ich unter kalten Füßen. Und ich sah ein: Manchmal müssen es eben dicke, handgestrickte Socken sein. Dank der Magic Loop Technik – statt eines pieksigen, nervigen Nadelspiels nimmt man einfach eine lange Rundnadel – ging das auch ganz gut. Und die Socken (gerippt, aus wunderschönem Wollmeise-Garn) ziehe ich an, sobald sie vom Waschen wieder trocken sind. Also ist schon was dran an dem Socken-Hype, das gebe ich zu. Und ich habe mir sogar schon Schuhe gekauft, in denen man die Socken besser sieht.

Der nächste Schritt ist jetzt, Socken mit Mustern zu stricken, die dann nicht nur warm, sondern auch hübsch sind. Mein erster Versuch: „Waving Lace“ von Evelyn A. Clark aus dem Buch „Favorite Socks“ (siehe Foto). Sind wirklich nicht schwer. Aber als ich den ersten fertig hatte und ihn anzog, kommentierte mein Mann: „Da sind ja Löcher drin.“ Und er hat recht. Was zum Kuckuck soll man mit Wollsocken mit Lochmuster? Wollsocken sollen in erster Linie warm sein. Und Löcher sind nicht warm. Also sind Wollsocken mit Löchern ganz, ganz großer Schwachsinn. Sorry, liebe Socken-Fan-Gemeinde. Ich werde dieses eine Paar noch fertigstricken, aber dann gibt’s höchstens noch gerippte oder gezopfte Strümpfe für meine Füße.