Anstrick-Video 2/2017Cast-on Video 2/2017

Allen Clubmitgliedern frohes Anstricken und viel Freude mit dem neuen Projekt!
Anstrick-Event-II-2017

Happy casting on to all our Club Members!
Cast-on-II-2017
Am liebsten schön spitz!Pretty Sharp!
Vor ein paar Wochen habe ich die Frauen aus meinem Dorf zu einem kleinen Auffrischungs-Strickkurs eingeladen. Manche hatten Stricknadeln dabei, manche haben welche von mir geliehen. Eine erfahrene Strickerin, die sogar schon einen Hitchhiker gestrickt hatte, bevor ich hierher gezogen bin, wollte sich zum ersten Mal an ein Lochmuster heranwagen. Nach ein paar Reihen war sie davon überzeugt „zu blöd“ dafür zu sein, denn die Abnahmen wollten ihr einfach nicht gelingen. Umso größer war die Überraschung, als ich ihr einfach ein paar spitzere Nadeln in die Hand drückte – plötzlich war es ganz einfach, das Muster ging ihr leicht von der Hand, und bald hatte sie ein kleines, faszinierend perfektes Strickstück vor sich liegen. Die Moral von der Geschicht? Nein, zu blöde sind wir nicht! Ohne das richtige Werkzeug kann keine Handarbeit gelingen. Schon mal versucht, ein Stück Holz mit einem Brotmesser durchzusägen? Oder mit einem Korkenzieher ein Loch in eine Ziegelwand zu bohren? Genau. Eine vernünftige Säge muss her, und eine Bohrmaschine. Die kostet Geld, ja. Schöne, spitze Stricknadeln sind vielleicht auch einen Tick teurer als die aus dem Kaufhaus-Sortiment, aber für manche Strickprojekte tun es die einfachen Nadeln eben nicht. Schon dann, wenn drei Maschen zusammengestrickt werden sollen, stoßen die meisten günstigen, aber stumpfen Nadeln an ihre Grenzen. Und wer Socken mit der „Magic Loop“-Technik mit einer langen Rundstricknadel statt mit einem Nadelspiel arbeiten möchte, wird schnell merken, dass der Knick, den viele Nadeln vor dem Übergang zum Seil aufweisen, dabei stört. Wer es damit versucht, wird die Socke nach kurzer Zeit in die Ecke pfeffern, die neue Technik oder sich selbst verfluchen und das Gegenteil vom entspannten, schönen Handarbeiten erleben, das Stricken ja eigentlich sein soll. Alles nur wegen des falschen Werkzeugs!

Diese Nadeln sind eher stumpf als spitz…
Darum lohnt es sich, ein wenig auf die Suche zu gehen, um die richtigen Nadeln zu finden. Wichtig ist, dass sie nicht nur technisch geeignet sind, sondern vor allem der Strickerin gefallen – sie sollten angenehm in der Hand liegen, sich gut und „richtig“ anfühlen und im Idealfall auch noch hübsch aussehen. Es gibt Bambus- und Carbonnadeln, eckige Nadeln, welche aus transparentem Acryl mit Glitzer oder aus schön marmoriertem Holz. Die Auswahl ist riesig, und es ist toll, wenn man die Nadeln gefunden hat, mit denen das Stricken richtig Spaß macht. Ich zum Beispiel mag vernickelte Metallnadeln ohne Knick. Die sind schön spitz, überall zu haben, leicht zu ersetzen und einfach meine Stricknadeln für jeden Tag. Holznadeln mag ich für Projekte, bei denen man dickere Nadeln braucht – bei feineren Nadelstärken würde ich immer zu Metall greifen, einfach weil ich nicht sehr zimperlich mit meinen Nadeln umgehe. Für Socken benutze ich am liebsten Nadeln aus Edelstahl, denn sie verbiegen sich nicht. Je nach Projekt kann ich also wählen, ob es eine glatte, spitze Metallnadel oder eher eine warme Holznadel sein soll. Und für Flugreisen packe ich entweder ganz einfache Metallnadeln ein (bei denen ich nicht allzu traurig wäre, wenn man sie mir bei der Sicherheitskontrolle wegnimmt) oder gleich Holznadelspitzen mit abschraubbaren Seilen ein, die im Röntgenapparat aussehen wie Bleistifte. Mein Stricknadel-Werkzeugkasten umfasst Nadeln in allen Stärken und verschiedenen Qualitäten. Damit ich gerüstet bin, für alles, was da kommen mag – und das ist, zumindest was das Stricken angeht, noch sehr, sehr viel!
A couple of weeks ago I held a little refresher knitting class for the women of our village. Some brought their own knitting needles, others borrowed some of mine. One experienced knitter who had already made a Hitchhiker before I even moved here, wanted to try lace knitting for the very first time. After a couple of rows she was determined that she was just „not talented enough“ for this kind of project because she just could not manage the decreases. Imagine her surprise when I handed her a pair of my needles that were slightly sharper than hers, and suddenly the rows were just flying. After a while, she had a beautifully perfect little piece of knitting in her hands and just could not believe it. What we learn from this episode is: It’s not you, it’s your tools. Ever tried to cut a piece of wood with a bread knife? Or tried to drill a hole in a brick wall with a corkscrew? Right. You need a proper saw and a good drill. Those do cost money, yes. Nice sharp knitting needles may be a little more expensive than the bargain ones, but for some projects the plain ones just will not do. A simple „knit 3 together“ is usually too much for blunt needles. Moreover, most simple circular needles are kinked – so if you are trying to knit a pair of socks using the „Magic Loop“ technique with those, you are probably going to be quite frustrated, blaming either the technique or yourself and experience the opposite of the pleasant experience knitting is supposed to be. All because of a tool that is not fit for the job!

These are rather blunt…
So in my view, it is totally worth it to go on a search for the right needles. They should not only be technically appropriate for the type of project you are planning – more importantly, the knitter (you!) should like them. They must feel good when you hold them in your hands, and ideally they should also please the eye. There are ones made of bamboo, square ones, acrylic ones with glitter or beautifully colored wooden ones. There are lots of choices and it’s awesome when you have found the needles that make knitting fun for you. I personally like non-kinked nickel-plated circulars with sharp points. They are my go-to needles for everyday knitting. When I need bigger needles, I prefer those made of wood, but also with fairly sharp tips. I would not use thin wooden needles because I tend to be rough on them and I fear they might break. And for socks I use circulars made of stainless steel because they come in very small sizes and do not bend. Depending on the project I can choose whether I would like some sleek metal circulars or warm wooden needles. For air travel I usually pack very simple metal needles that I would be fine to part with if security decides I have to, or wooden interchangeables that are usually not a problem because they look like pencils in the x-ray machines. My knitting toolbox contains a number of qualities in all sizes so I am prepared for whatever project crosses my way – and I hope that many will!
In guter GesellschaftKnitting Company

Hier kommt ein Geständnis: Ich bin gerne allein. Richtig gern. Wenn ich alleine bin, pussele ich vor mich hin, widme mich meinem neuesten Strickprojekt, sitze mit dem Notizbuch auf dem Sofa und male gedankenverloren mit dem Bleistift darin herum oder gucke mir Bilder im Internet an. Wenn mir danach ist, setze ich mich zwischendurch ans Klavier oder schnappe mir meine Gitarre und singe lauthals und so falsch es mir gefällt. Denn es ist niemand da, den ich damit stören könnte, niemand, der mich fragt, ob ich nicht eigentlich etwas arbeiten müsste, keiner, der sich gerade mit seiner kleinen Schwester streitet, Hunger hat oder sonstwie Aufmerksamkeit will. Alleinsein ist mein Lieblingszustand, zumindest für ein paar Stunden am Tag, vor allem wenn ich dabei in Ruhe stricken kann. Abends darf dann gern wieder jemand was von mir wollen, und ich bin bereit für Schwätzchen, Diskussionen und gemeinsames Entertainment. Aber so ein paar Stunden Menschenpause tun mir einfach gut – und den meisten meiner Strickprojekte auch.
Ich wage mal zu behaupten, dass die eher komplexeren meiner Tücher sicher nie fertig geworden wären, wenn ich daran nicht allein hätte stricken können. Denn ein Muster, bei dem es durchaus mal auf die Maschenzahl ankommt, strickt sich nicht so gut, wenn jemand begeistert „Achtundzwanzig! Siebenundvierzig! Neunundsiebzig!“ dazwischen ruft, während ich verzweifelt versuche, herauszufinden, wie viele Maschen ich denn da gerade auf der Nadel habe. Auch meine Flüche, wenn ich schon wieder einen Umschlag und zwei Abnahmen in einer Reihe vergessen habe, sind nicht unbedingt für die Ohren meiner Familienmitglieder geeignet. Schon mal probiert, eine zweiseitige Lace-Strickschrift zu lesen, während der Mann das Mittagessen der kommenden vier Tage diskutieren möchte und die Kinder sich mit Stofftieren bewerfen? Nicht so gut.

Um so ein Tuch zu stricken, brauchen wir manchmal Unterstützung…
Besser klappt das schon gemeinsam mit einer erfahrenen (vielleicht sogar ein bisschen fanatischen) Lace-Strickerin auf dem Sofa und einer schönen großen Tasse Kaffee. Denn für manche Strickprojekte ist bei mir nicht absolute Ruhe das Geheimnis des Erfolgs, sondern gutes Zureden, moralische Unterstützung und Hilfe, wenn mal wieder etwas schiefgegangen ist. Und vielleicht auch ein zweites Paar Augen auf der Strickschrift – denn manchmal sehe ich nicht, was doch so offensichtlich da steht. Gesellen sich dann allerdings ein paar mehr Damen dazu und bewegen sich die Gesprächsthemen weg von Umschlägen, Überzügen und verschränkten Maschen hin zu Spanndrähten, Spinnrädern, Strick-Podcasts oder dem Weltgeschehen, ist es bei mir ganz schnell wieder vorbei mit der Spitzenstrickerei. Weil ich meine Strickfreundinnen und ihre Themen dann einfach spannender und unterhaltsamer finde. Das einzige, was ich stricken kann, während ich mich angeregt unterhalte, sind kraus-rechts-Tücher oder ganz einfache Kindersocken – und auch dabei vertue ich mich noch oft genug. Wenn die Gespräche so mitreißend sind, dass das Stricken auch beim Stricktreff vielleicht ein bisschen in den Hintergrund gerät, kann ich damit nicht nur sehr gut leben, ich finde es sogar toll. Denn genau das möchte ich bei einem Stricktreffen erleben: Lauter spannende Frauen, alle unterschiedlich, aber geeint durch die gemeinsame Begeisterung für Garn und was man alles daraus machen kann.
Mein Spitzentuch verkraftet es übrigens ganz gut, wenn es an einem solchen Abend in der Tüte verschwindet. Denn wir haben morgen wieder ein Date. Nur wir zwei.
P. S.: Wer gerne in Gesellschaft strickt, ist bei meinem nächsten Stricktreff genau richtig! Wir öffnen wieder die Pforten unseres alten, schönen Gasthofs am Rande der Holsteinischen Schweiz und laden ein zum gemütlichen Stricktreff: Am 27. Mai 2017 (Samstag nach Himmelfahrt), von 14 bis 18 Uhr, Anmeldung nicht nötig. In unserem kleinen Shop findest Du Garne von Rohrspatz & Wollmeise, Rosy Green Wool (auch die limitierten Heb und Manx-Garne haben wir noch da), Manos del Uruguay, Schoppel und Miss Babs. Bei hausgemachten Torten, Kaffee oder Tee und strickfreundlicher Beleuchtung kannst Du vorm Kamin mit anderen Strickerinnen einen schönen Nachmittag verbringen.
Direkt davor, von 12 bis 14 Uhr findet das zweite Anstrick-Event für den Strickmich! Club 2017 statt. Das geschlossene Club-Päckchen ist Deine Eintrittskarte! Ich werde feierlich das neue Design enthüllen, wir öffnen gemeinsam die Päckchen, wickeln die Wolle und stricken zusammen an. Sollte es Fragen zur Anleitung geben, beantworte ich sie selbstverständlich gerne.
Adresse: Dorfstr. 2g, 23824 Damsdorf, Schleswig-Holstein
Parken: Bei uns auf dem Hof oder beim Dörphus/Feuerwehrhaus (Segeberger Straße).

Here’s a confession: I love to be alone. Just love it! When I am on my own, I do what I feel like, I knit, I sit down with my notepad and make sketches, I look at pictures of pretty things on the internet. Sometimes I play the piano or my guitar and sing, as loudly and as out of tune as I please. No one is there to criticize me or to suggest I should rather be cleaning the house or working on something. No one is fighting with his little sister, wants something to eat or my general attention. Solitude is really my favorite state of being – at least for a couple of hours a day, especially when I have time to knit. After that I will enjoy company and be ready for talking and discussions and entertainment. But a couple of hours without other human beings around me are essential for my happiness – and progress on my knitting.
I would dare to say that the more complex of my shawlettes would never have been completed if I had not been able to knit on them in solitude. It’s not really helpful when you are knitting on something that requires counting stitches when someone goes „Twenty-eight! Forty-seven! Seventy-nine!“ in a loud, amused voice while you are desperately trying to find out how many stitches you are currently having on your needles. And what comes out of my mouth when I realize I forgot two yarn overs and a k2tog in the previous row is not really for the ears of my family members. Ever tried to read a lace chart while your husband wants to discuss next week’s dinner plan and the kids are throwing stuffed animals at each other? Doesn’t work that well, trust me.

Sometimes you need a little support when knitting a lace shawl…
On the other hand, it will work just fine with a knitting friend (preferably a lace fanatic) sitting beside me and a big mug of coffee in front of me. Sometimes the secret to a successful knitting project is not absolute silence but encouragement and help when something went wrong. And a second pair of eyes on the chart, because frankly, I sometimes do not see what is right in front of me. If we are joined by a couple of more lovely ladies, and conversation topics move from ssk and twisted stitches to blocking wires, spinning wheels, knitting podcasts and the general situation of the planet, my lace knitting time is usually over. Because I find my knitting friends and their topics are very often more entertaining than a lace chart. The only things I can successfully knit while chatting are garter-stitch shawlettes and simple children’s socks – and they have gone wrong many times too when I knit on them on knit night. But that’s fine, more than fine, because that’s the reason I go to knit night: I want to meet great, interesting people, totally diverse but miraculously unified by their love of fiber and related crafts.
By the way: My lace knitting is totally okay with being crammed into its bag on such occasions. Because the two of us will have a date tomorrow. Just us.
Nie wieder Diät!No more diets, please

Dieses Garn hat höchstwahrscheinlich Übergewicht
Ab und zu gucke ich mich in den Foren bei Ravelry um, und in fast jeder Gruppe kommt ein bestimmtes Thema alle paar Wochen hervor, so wie der Vollmond über den Feldern in Holstein: Die Woll-Diät. Strickerinnen überall auf der Welt scheinen zu glauben, dass sie zu viel Wolle haben, und dass das schlecht ist, und dass sie sie verstricken müssen. Sie versprechen sich gegenseitig, keine Wolle mehr zu kaufen, bis sie nicht mindestens sechs Kilo ihres Vorrats verstrickt haben – egal ob es sich dabei um industriell gefärbtes Superwash-Acrylgarn in Neonfarben oder Fusselgarn aus den frühen 80ern handelt, das ihnen ihre Schwägerin geschenkt hat, und das sie nie richtig mochten. Diese armen Seelen stricken damit, weil sie glauben, sie müssen. Weil sie das Gefühl haben, es sei notwendig, Buße zu tun für die Sünde, zu viel Geld für Garn ausgegeben haben, das jetzt zu viel Platz im Haus einnimmt.
Nun. Ich bin keine Freundin von Diäten, weder beim Essen noch beim Stricken. Ich glaube, Diäten sind sinnlose Quälerei. Beim Essen ist mein Credo: Iss, wenn Du hungrig bist, und hör auf, wenn Du satt bist. Eine große Auswahl frischer Lebensmittel im Kühlschrank, die Kochkünste meines Mannes und das zu essen, was mein Appetit mir sagt, sind Voraussetzung dafür. Ich würde niemals etwas essen, nur weil es da ist oder weil ich dafür Geld ausgegeben habe, wenn sich herausstellt, dass es nicht schmeckt. Ich finde auch, dass es völlig okay ist, Essen wegzuwerfen, falls es schlecht ist oder keiner es mag. Wenn meine Kinder von einem Geburtstagsfest zurückkommen mit einer Tüte künstlich aromatisierten und gefärbten Zuckerzeugs, dann sorge ich dafür, dass es in der Mülltonne landet. So etwas zu essen hilft niemandem (auch nicht den hungernden Kindern in Afrika). Ist es okay, am nächsten Tag Nüsse und dunkle Schokolade zu kaufen, die ich gerne nasche? Ich würde sagen: Ja.

Diese „Cakes“ machen zum Glück nicht dick
Essen ist da, damit wir funktionieren, und um uns zufrieden und glücklich zu machen. Und mit dem Wollvorrat ist es genau so: Da sind die Grundnahrungsmittel, wie Sockengarn. Eine Socke anzuschlagen, wann immer wir Lust darauf haben, erfüllt ein Grundbedürfnis, wie Brot oder Kartoffeln. Und dann gibt es die exotischen Leckereien wie Seide, Lacegarn, Kaschmir oder Yak – sie machen das Strickerinnen-Leben süß und interessant. Im Tiefkühlfach haben wir die großen Bratenstücke eingefroren, falls es was Besonderes sein soll – genau wie die voluminösen Tüten mit Pullovergarn hinten im Schrank. Würde man sagen: „Ich muss erst das Roastbeef kochen, bevor ich wieder Äpfel kaufen kann“? – würde man eben nicht. Ein gut zusammengestellter Wollvorrat ist nicht nur eine Quelle der Inspiration, sondern gibt Sicherheit: Für jedes Strickbedürfnis ist etwas da, in guten und schlechten Zeiten. Ein großer Wollvorrat ist außerdem das Versprechen, dass man viele Stunden damit verbringen wird, das Garn zu verstricken. Schöne Stunden, wichtige Stunden.

Manchmal sagen Frauen, dass ihr Wollvorrat zu viel Platz einnimmt, und in manchen Fällen mag das auch stimmen. Kinder und Ehemänner beschweren sich und verlangen, dass die Wolle weg muss – aber in diesem Fall sollten wir zweimal überlegen. Ich habe das Gefühl, dass viele Frauen sich selbst und ihren Bedürfnissen weniger Platz zugestehen als Männern und Kindern. Wie ist es denn mit dem Motorrad in der Garage oder dem Meerschweinchenstall? Der Gitarrensammlung? Der Modelleisenbahn? Es ist okay, Platz zu brauchen für das, was man gerne tut. Es ist richtig, Platz zu beanspruchen in unserem Zuhause mit dem, was wir lieben.
Was ich noch am ehesten verstehe ist, wenn sich eine Strickerin überfordert fühlt von ihrem Wollvorrat – ganz ohne das Gestichel anderer – und beschließt, dass ein Teil des Garns gehen muss: Das Acrylgarn und die Farben, die uns nicht stehen, die kratzige Pulloverwolle. Man kann sie Schulen, Kindergärten und Altersheimen spenden, mit anderen Strickerinnen tauschen oder verschenken. Aber um Himmels Willen sich nicht zwingen, mit Garn zu stricken, das man nicht mag. Dafür ist das Leben zu kurz.
Stricken ist dazu da, uns glücklich und Spaß zu machen: Strick, was Dein Gefühl Dir sagt. Hör auf, wenn es genug ist. Kauf das Garn, das Du liebst, leg es zu Deinem Vorrat und mach etwas daraus, wenn die Zeit gekommen ist.

These skeins are probably overweight
Every now and then I browse the forums on Ravelry, and in almost every group one topic emerges every few weeks like the full moon over our village: the stash diet. Knitters all around the globe seem to suffer from the perception that they own too much wool, and that this is a bad thing, and that they should own less. On Ravelry, they tend to make promises to each other to only knit from their stash in order to make it smaller, and not order any new yarn until they have knit up at least six kilos or so from their current stash. May it be industrially dyed superwash-acrylic in a hideous color or some art yarn that someone gave to them but they never really liked. Those poor souls knit with this because they feel they must, because they feel they ought to purge and suffer as they have previously sinned by buying too much yarn that is taking up too much space in the house.
Well. I am no friend of dieting, neither in the nutritional nor in the knitterly way, I think its entirely unnecessary suffering, and it does not do any good. In food, my credo is: Eat when you are hungry, and stop when you feel full. A big choice of good fresh food in my fridge, my husband’s cooking and eating what my appetite tells me are essential for this. I would never eat something because it’s there or because I spent money on it if it does not taste good. In my view, it’s absolutely okay to throw out food if it is bad and nobody likes it. For example, if my kids come back from a birthday party with a bag full of artificially colored, chemically flavored sweets, I make sure they find their way to the garbage bin. Eating that stuff is not healthy, and contrary to popular belief, throwing it out does not increase hunger on this planet. Is it okay to buy some nuts and chocolate (which I love!) on the next day? I would say: yes.

Yarn cakes won’t make you fat…
Food is here to make us function, and to make us happy. Almost the same goes for a knitters stash: There are the staples, like sock yarn. Knitting a sock whenever we feel like it is just like having bread or potatoes in the house. It’s essential, it’s good, it’s necessary and never wrong. There are the silk and lace skeins, maybe some cashmere or yak, which are like exotic fruit and make things sweet and interesting. And just like you have a big turkey or a whole roast beef in your freezer, there are sweater quantities of yarn in the stash closet. Would you ever say: „I need to cook that turkey before I am allowed to buy more apples“? Of course not. A well-rounded stash is a knitter’s source of creativity, something she can rely on to bring her through good and bad times. Having a big stash is like a promise that you will spend time knitting with it, spending time on yourself.
Sometimes people say that their stash is taking up too much space, that husbands and children complain, and that they need to cut back. This might be a valid point in some cases, but I feel that women tend to be very shy about claiming space for themselves and the things they love. How much space does everyone else’s hobby take up? His motorcycle in the garage? The cage for the guinea pigs? The guitar collection? It’s okay to take up space. It’s okay to have things we like. It’s good to be present and to show who we are in our own homes.

What I do understand though is when a knitter feels overwhelmed by her stash and has herself (without nagging by others!) come to the conclusion that some wool has to go. Then, by all means: Reduce your stash. Get rid of the acrylics and the colors that do not suit you, let go of the lace and the silk if you do not like to knit with it, give away the woolen-spun bulky yarn that you find scratchy. But don’t knit with it. Don’t force yourself to knit with yarn you do not like. There are lots of things you can do with unwanted yarn: Give to kindergartens and schools for crafty projects, give to old people’s homes, give to your niece who has just learned to crochet or to your mother-in-law who does not care what yarn she uses anyway. Sell things to fellow knitters, or wrap up some skeins as gifts. But do not force yourself to knit with yarn that does not speak to you anymore.
Knitting is here to make you happy, and to be enjoyed. Knit what your appetite tells you. Stop when you feel you are done. Buy what you love, put it in your stash and knit with it when the time comes.
Puerto MonttPuerto Montt

Dramatische Farben, bizarre Formen, faszinierende Kontraste – all das kann sehen, wer in Puerto Montt ganz im Süden Chiles ein Schiff besteigt und einige Seemeilen bis in die Laguna San Rafael zurücklegt. Dort liegt ein tieftürkisfarbener Gletscher zwischen dunklen Felsen vor grauem Himmel, und wer Glück hat, kann beobachten, wie riesige Eisbrocken abbrechen und spektakulär in die See stürzen.

Als wir ein Jahr in Chile wohnten, nahmen wir unser Baby mit auf diese Reise. Ich hatte meinen Mann davon überzeugt, dass dieser Gletscher das einzige war, was ich wirklich, wirklich in Chile sehen musste. Die Strickmich! Club-Farbe „Nautic Miles“ hat mich sofort an die seltsame Schönheit dieses Ortes erinnert – also habe ich ein ungewöhnlich geformtes Tuch daraus gemacht, das Dir beim Stricken und Tragen hoffentlich viel Freude machen wird.

Puerto Montt sieht übrigens auch genial aus in einem Garn mit Farbverlauf – hier in Schoppel Crazy Zauberball, Farbe Blasser Schimmer. Toll, oder?

Ab sofort gedruckt und zum Download im Strickmich! Shop (dort haben wir auch das Zauberball-Garn vorrätig!) und bei Ravelry.

Striking and intense, dramatic color and contrast, and fascinating geometric shapes are what you can see if you board a ship in Puerto Montt in the very South of Chile and travel a few nautic miles to the Laguna San Rafael, where a bright teal-colored glacier lies between dark rocks, and if you are lucky you can see chunks of the ice break off and fall spectacularly into the water.


My husband and I spent a year in Chile, and we took our baby son on a cruise to this place, because I insisted that the only thing I really, really needed to see in Chile was the teal-blue glacier. When this yarn arrived, I was im- mediately reminded of the strange beauty of that place – and created an unusually shaped shawl which is simple, but dramatically shaped and can be worn in various flattering ways.

It also turns out that this shawl construction looks fabulous in a gradient or self-striping yarn! Here’s our version in Schoppel Crazy Zauberball, colorway „Blasser Schimmer“. I’m in Love!

Now as a download and printed version in Strickmich! Shop (we also carry the Zauberball yarn!) and on Ravelry.
Öfter mal untreu seinKnitterly Infidelity

Mehrere Tücher gleichzeitig stricken? Muss sein!
Ach, was gibt es Schöneres als den Moment, wenn das riesengroße Tuch endlich abgekettet, die letzte Naht geschlossen und der letzte Faden vernäht ist. Jetzt wird das gute Stück nur noch gewaschen und gespannt, und bald, schon bald, kann es zum Stricktreffen ausgeführt werden (was, wie wir alle wissen, das Strickerinnen-Äquivalent zur „Berlin Fashion Week“ ist). Doch kaum ist die letzte Nadel gepinnt und das Tuch liegt wunderschön anzuschauen auf der Spannunterlage, beschleicht mich dieses Gefühl: Und was jetzt? Nachher hat mein Sohn Judo-Training, und da brauche ich etwas Anständiges zum Stricken, um mir die Wartezeit zu vertreiben. Ich könnte währenddessen zwar auch auf mein Smartphone starren, so wie es die anderen wartenden Eltern tun – aber das wäre nicht das Gleiche. Eine Möglichkeit wäre, die Socke weiter zu stricken, die schon ewig hinten im Regal liegt. Hmm. Es kann schließlich nicht verkehrt sein, all die angefangenen Projekte, die irgendwo in einer Kiste verstauben, mal zu Ende zu bringen. Aber, und das darf man nicht vergessen: Wenn ich ein Tuch, einen Pulli oder eine Socke nicht fertig stricken mag, habe ich dafür meistens einen guten Grund. Entweder strapaziert das Garn meine Finger (Baumwolle!), oder es fusselt, oder das Muster ist zu kompliziert, oder man kann ohnehin schon absehen, dass die Socke wahrscheinlich zu eng wird. Oder die Farbe ist nicht meins. Alles sehr gute Gründe, lieber etwas Neues anzufangen (und natürlich, all die Strick-Leichen in meinem Schrank endlich mal aufzuribbeln).

Sockenstricken ist irgendwie nicht das gleiche…
Es geht mir also wie den meisten Strickerinnen: Ich habe immer ganz viele angefangene Projekte. Aber eins, und nur eins, ist mein besonderer Liebling, etwas, das ganz schnell fertig werden muss und bei dem ich es kaum abwarten kann, es endlich zu tragen. Und genau so eines brauche ich immer und ständig: Ein tolles, aufregendes, wunderschönes Ding, mit dem ich jeden Abend ein Date auf dem Sofa habe und es dabei ganz verliebt angucken kann. Und wenn es mich dann verlässt, weil wir uns nach dem Abketten nichts mehr zu sagen haben, bin ich einsam und traurig und brauche eine neue Liebesgeschichte mit meinem Strickzeug. Zum Glück leben wir ja in einer komplett digitalisierten Welt, und das Online-Dating funktioniert auch bei Strickbeziehungen: Wir können Anleitungen und Garne auf dem Computerbildschirm anhimmeln, bis wir uns entscheiden, sie zu uns ins Wohnzimmer einzuladen. Jederzeit, frühmorgens oder spätnachts. Selbst wenn da noch eine andere Schönheit auf unseren Stricknadeln darauf wartet, dass wir uns mit ihr beschäftigen. Und genau das habe ich mir fest vorgenommen: Ich werde, was das Stricken angeht, öfter mal untreu sein und mich nach anderen Projekten umschauen. Egal, wie faszinierend das Tuch mit den hübschen bunten Streifen ist, an dem ich gerade stricke – ich muss auch an Morgen denken. Ich werde mich dazu zwingen, ein bisschen fremdzugehen, damit ich nicht plötzlich überraschend einsam und alleine ohne Strickzeug da sitze. Ich bin sicher, mein Tuch versteht das.

Knitting many things at once is the way to go!
I cannot imagine a better moment in a knitter’s life than the one when that huge shawl is finally bound off, the last seam is sewn and the last end is woven in. Now our piece only has to be washed and blocked, and soon, very soon we will take it out to knit night (which is, as we all know, our equivalent to New York Fashion Week). But as soon as the last pin is set and the shawl lays there in all its beauty, there is this tiny feeling creeping up: What now? I will have to take my son to Judo practice later on – and I will have nothing to knit while I sit there! Should I stare at the screen of my smartphone just like all the other parents? No way! I will have to come up with a new project, and fast. Okay, there are the obvious candidates: I could finish that sock that has been lingering in the back of my yarn shelf for quite some time. Well. Couldn’t hurt to finish some projects that are just gathering dust. On the other hand, we should not forget that most of the time I had good reasons to abandon them: That purple sock is obviously too tight, that pretty pink cotton yarn is hurting my fingers, that chart is just too complex for a comfort-seeking knitter like me, or the color really does not speak to me. Very good reasons to rather start something new (and to frog all those unfinished socks and things). And yes, of course I always have a pair of children’s socks on the needles, because my son refuses to wear other socks than the ones his mom knit – I might have spoiled him a little, I admit. But a simple sock will not do the trick when I have finished something truly beautiful and am looking for a replacement.

Sock knitting is just not the same as working on a brilliantly pretty new shawl…
So my guess is that I am like most knitters on this planet who tend to have multiple projects going on. But there is always only one I am totally in love with. One shawl or cardigan or hat that I really, really want to finish because I cannot wait to wear it. The one I am looking forward to knitting all day, the one I want to lovingly stare at during our date at night. And when it leaves me (because after binding off we really did not know what to talk about anymore), I feel sad and lonely. I need another project to fall in love with, and I need it fast. Luckily, as in the world of human relations, online dating is very common in the knitting world as well: We can admire yarns and patterns on our computer screens until we finally invite them to our homes. And we can use the internet to find a new love while there is still a beautiful striped shawlette waiting for us on the sofa. And that’s my resolution for my knitting: I will become the Don Draper of knitters. I will be unfaithful and look around for new knitting projects. No matter how attractive the one is that’s sitting on my needles right now – I need to think of the future. I will force myself to begin a little knitting affair with something else, so I will not have to be lonely when it comes to binding off. I am sure my shawlette will understand.
Waschen & SpannenAbout Blocking
Viele Strickerinnen fragen mich um Rat zum Thema Spannen von fertigen Strickteilen bzw. „Blocking“. Die Methoden sind aber auch verwirrend: Dämpfen, waschen oder anfeuchten… Und es stimmt, das Spannen von Tüchern oder Pulloverteilen ist ein großes Thema. Ich bin beileibe keine Expertin für jede Methode, aber ich habe herausgefunden, was bei mir am besten funktioniert. Zunächst braucht man die richtigen Werkzeuge: Einen ganzen Haufen Stecknadeln, am besten solche mit Glasköpfen. Es gibt auch spezielle „Blocking Pins“ die noch länger und T-förmig sind, aber Stecknadeln reichen auch. Bei geraden Kanten oder kreisrunden Tüchern sind Spanndrähte sicher praktisch, aber die sind in Europa noch nicht sehr verbreitet, und ich habe leider auch keine – so bleibt mir oft nichts anderes übrig, als einfach unglaublich viele Nadeln zu benutzen (aber dazu später). Dann braucht man noch eine ausreichend große Unterlage, auf der man das zu spannende Stück festpinnen kann. Viele Leute nehmen einfach ihre Matratze (was den Nachteil hat, dass man sich ein anderes Quartier für die Nacht suchen muss), manche benutzen bunte Spielzeug-Puzzlematten, aber ich habe mich für Trittschall-Dämmplatten aus dem Baumarkt entschieden: Die sind dünner, großflächiger, billiger und lassen sich auch zusammenstecken.

Die Herzchen von „Knit Your Love“ in Form gesteckt
Das zu spannende Stück (meistens ein Tuch) lege ich für ein paar Minuten in lauwarmes Wasser. Ideal wären 15-20 Minuten, damit die Fasern schön durchfeuchtet sind, aber dafür fehlt mir meistens die Geduld. Danach drücke ich es vorsichtig aus, rolle es in einem Handtuch auf und trampele ein wenig auf der Handtuchrolle herum, damit das überschüssige Wasser herausgedrückt wird. Dann kommt das Tuch auf die Unterlage und ich versuche zu gucken, wie es am besten darauf passt. Im Zweifelsfall baue ich an einer Ecke noch eine weitere Dämmplatte an. Dann ziehe ich das Stück vorsichtig in Form, lege die geraden Kanten gerade hin und versuche, es schon einmal ungefähr in die Form zu bringen, die es später einmal haben soll. Bei Tüchern ohne Lochmuster ist das oft schon alles, was nötig ist – vielleicht stecke ich noch ein paar Nadeln in Ecken oder Zipfel, damit sie schön spitz werden (wie z. B. bei „Heaven and Space“). Bei Lochmustertüchern (wie dem „Aeolian Shawl“ unten) muss man das Gestrick oft recht stark dehnen, damit es am Ende so aussieht wie gewünscht. Am besten ist es, nochmal in die Anleitung oder auf der Anleitungs-Webseite nach Fotos zu gucken, dort kann man gut erkennen, wie die Designerin sich die Form gedacht hat und kann die Nadeln entsprechend setzen. Falls im Innern des Tuchs Linien, quadratische oder kreisrunde Formen vorhanden sind, sollte man diese zuerst feststecken und sich dann von Innen nach außen vorarbeiten. Gerade Kanten werden am schönsten, wenn man sie auf Spanndrähte zieht – alternativ kann man aber auch sehr, sehr viele Nadeln (in jedes Löchlein der Kante eine) stecken. Bei Pulloverteilen sollte man in der Schemazeichnung nachschauen, wie breit und lang die Stücke sein sollen und sie entsprechend hinlegen und feststecken (nicht zu stark dehnen!) – dann lassen sie sich später leichter zusammennähen.
Andere Methoden wie z. B. Dämpfen oder das Stück erst in Form zu spannen und dann anzufeuchten habe ich bisher nicht ausprobiert. Denn erstens besitze ich kein Dampfgerät außer meinem Bügeleisen, vor dem ich großen Respekt habe. Und zweitens glaube ich, dass es wichtig ist, dass die Fasern richtig nass sind, damit sie später die Form halten. Übrigens muss man Lace-Tücher nach jeder Wäsche auf die gleiche Weise spannen, damit sie wieder schön aussehen.

Snowflake Party – das Schneeflöckchenmuster kommt erst nach dem Spannen so gut zur Geltung
Schnell und nebenbei geht das Spannen leider nicht: Ich plane bei einfachen Formen mindestens eine halbe Stunde, bei komplexeren Tüchern schon mal eine Stunde ein. Und dann heißt es warten: Je nach Temperatur kann es ein paar Stunden oder Tage dauern, bis alles gut durchgetrocknet ist. Die Nadeln sollte man auch wirklich erst dann entfernen, sonst bleibt die Form nicht so schön erhalten. Und dann ist es endlich so weit: Von den Nadeln befreit, entfaltet sich die ganze Schönheit Deines Werks. Freu Dich dran!
Knitters often ask me about blocking knitted items: Do I steam, wash or dampen? Which method is best? And what tools do I actually need?
Well, blocking is a big topic! I am no expert for every method, but I have found a way that works for me, and I will gladly share it here with you. First thing you need is equipment: Lots of pins (I use the ones with colored glass heads, but there are special blocking pins out there that are sturdier and longer). If you have knit something with straight edges or a circular shapes, blocking wires are probably very handy. I do not own any as they are hard to come by here in Germany and I always help myself by using lots and lots of pins – which is a lot of work, but the result is also fine. Also you will need a surface you can pin them into that is big enough to accommodate your knitted piece. I use some thin insulation board made of styrofoam that I found at the hardware store, but you can also use puzzle mats that you can find in a toy store or special blocking mats.
Now I let the knitted object soak in lukewarm water. Ideally you leave it there for 15-20 minutes. I usually do not have that much patience and just make sure every part of the shawl has soaked up some water. Then I carefully take it out, squeeze it gently, roll it up in a towel and step on the rolled towel for a minute or so. After that, I place the shawl on the blocking surface, making sure it fits. If it doesn’t, I add another piece of insulation board. Then I carefully arrange the piece such that straight edges are straight and the shape is the way it’s supposed to be. If the piece is not lace, that’s often all it takes. I might add a couple of pins to make corners more pronounced (like I did with „Heaven and Space“). If you have a complicated piece of lace (like the „Aeolian Shawl“, see pic below), it will only open up and look the way you want it if you stretch it. You will be surprised how much it stretches! It’s a good idea to have a look at the pattern or the pattern website to see how the designer has planned it and you can pin it accordingly. If there are any rectangular shapes, lines or circles on the inside of your shawl, it’s a good idea to block those first and work your way out to the edges. If you are blocking pieces of a garment that are supposed to be sewn together, look at the schematic and lay down and pin your pieces such that the measurements line up. This will make seaming a lot easier.
I cannot say much about other methods like steaming or dampening, mainly because the only steaming apparatus I own is my iron, and I have a lot of respect for it. But I also think that wool will better hold its shape if it has been thoroughly wet, not only damp. By the way: You will have to block your shawls afresh after each washing if you want them to look beautiful.
Blocking in my experience is never fast: simple things take at least 30 minutes, and a big complicated shawl might take up to an hour. And then you will have to wait until it is really dry. You should not remove the pins before that, otherwise it will not keep its shape. However, when it’s time and you can remove them, the whole beauty of your work will show. Enjoy!
Strickmich! Club 2017 Anstrick-Event No. 1Strickmich! Club Cast-on Event No. 1
Hier ist das Video für das erste virtuelle Anstrick-Event vom Strickmich! Club 2017. Viel Spaß damit!

Anstrick-Event 1-2017 (Vimeo-Link)

Here is the video (Vimeo-Link) for the first virtual Cast-on-Event of Strickmich! Club 2017. Enjoy!
Corners, Edges, StripesCorners, Edges, Stripes

Mein neues absolutes Lieblingstuch: Tolle Farben, witzige Streifen, spannende Konstruktion, riesengroß und das Garn ist so weich und trägt sich so angenehm, dass ich es gar nicht mehr ablegen mag! „Corners, Edges, Stripes“, also Ecken, Kanten und Streifen, ist die gestreifte Version meines „Ecken + Kanten“-Tuchs, nach der ich immer wieder gefragt wurde. Mein Vorgänger-Streifentuch habe ich getragen, bis es alt und grau war, und da ich unbedingt ein neues brauchte, war das jetzt die Gelegenheit, die Anleitung für die Streifenversion herauszubringen.
Das Tuch ist in voluminösem Kraus-Rechts aus butterweicher Bio-Merinowolle von Rosy Green Wool in vier Farben gestrickt. Es besteht aus vier Dreiecken, die jeweils mit zwei dieser Farben gearbeitet werden. Die Richtungswechsel bei den Dreiecken geben dem Ganzen den besonderen Kick! Mit mehr als 300 Gramm Gewicht, einer Spannweite von 3,40 Metern (!) und einer Tiefe von 60 Zentimetern ist das Tuch vielseitig, warm und kuschelig und funktioniert sogar als Strickjacken-Ersatz. Mit der Anleitung lässt sich, falls gewünscht, aber auch eine kleinere Version aus weniger Garn stricken.
Im Strickmich! Shop bieten wir Kits in drei schönen Farbkombinationen an, außerdem die Anleitung zum Download und in gedruckter Version. Bei Ravelry gibt’s Corners, Edges Stripes natürlich auch. Viel Spaß damit!
My new favorite shawl: great colors, fun stripes, interesting construction, generous measurements – and the yarn is so soft and feels so good that I think I will never take this off! “Corners, Edges, Stripes” is the striped variation of my “Ecken + Kanten”-Shawl that everyone keeps asking about. I have worn the predecessor of this shawl until it became old and gray, so when I needed a new one, I thought it would be a great opportunity to write down the pattern for it: Squishy garter stitch is worked in an organic superwash Merino by Rosy Green Wool in your four favorite colors.
The triangles each use two of them, and each is worked in a different direction for knitting fun and an interesting look. The finished shawl weighs more than 300 g and is 340 cm (136 inches) wide which makes it extremely versatile – it even replaces your cardigan if you wish. But you can also make a smaller and lighter version using less yarn and the same instructions.
In Strickmich! Shop we have kits in three gorgeous color combinations, also the printed pattern and the pattern for download. It’s also available on Ravelry. Happy knitting!
PlanungPlanner Peace
Es war 2008, da habe ich aufgehört, einen Papierkalender zu benutzen. Termine hatte ich auf dem Bildschirm, dazu eine Zettelwirtschaft und das leise Gefühl, es irgendwie alles nicht mehr unter Kontrolle zu haben. So ging das ein paar Jahre, das war auch okay, denn meine Kinder waren klein, und damit hatte ich genug zu tun. Ich konnte mich ohnehin um nicht viel Anderes kümmern. Bis ich vor knapp drei Jahren bei Twitter etwas über die „Bullet Journal“-Methode las: Andere Strick-Designerinnen benutzten es, um ihr Leben zu organisieren, zu planen und das schöne Gefühl zu haben: Alles im Griff. Das wollte ich auch! Der Erfinder der Methode, Ryder Carrol, hat dafür ein Anleitungsvideo ins Netz gestellt (Youtube-Link, deutsch untertitelt).
Ich fand das schlau und habe es seither auch gerne benutzt, immer in den großen Moleskine-Notizbüchern mit dem weichen Umschlag, in die ich hinten noch eine Leuchtturm-Stiftschlaufe eingeklebt hatte. Mein Buch schleppte ich überall mit hin, schrieb Pläne und Listen hinein, aber hauptsächlich meine tägliche To-Do-Liste.
Aber von Anfang an hatte ich das Gefühl, dass mir etwas Wichtiges fehlte: Ein richtiger Kalender, in den ich künftige Ereignisse und Termine, und seien sie auch noch so banal, gleich mit festhalten konnte. Im Bullet Journal gibt es zwar ein „Future Log“, also zwei Doppelseiten, auf denen es für jeden Monat ein Feld gibt, so dass man Termine eintragen kann. Aber dann stehen sie da nicht in der richtigen chronologischen Reihenfolge – und für so Kleinkram wie Elternabende, Zahnarzttermine oder den Zeitpunkt, an dem der Bücherbus in unserem Dorf hält oder die Papiertonne geleert wird, war darin nicht so richtig Platz. Auch die Monatsübersicht, die man sich am Anfang des Monats selbst malt, bietet kaum Platz für solchen Kleinkram. Mir kam es jedenfalls immer komisch vor, die Restmüllentleerung in eine Monatsübersicht einzutragen.
Ich hatte zwar alle Termine in meinem iCal auf dem Rechner und meinem Smartphone – aber das reichte mir nicht. Denn erstens passiert es mir ab und zu, dass beim digitalen Termineintragen etwas schief läuft, da plötzlich eine falsche Uhrzeit steht oder der Name des Events nicht gespeichert wird und ich später nicht mehr weiß, was ich damit gemeint habe. Zweitens finde ich die Ansicht sowohl auf dem Bildschirm als auch auf dem Telefon eher unübersichtlich: Alles ist gleich groß, die Klavierstunde meines Sohnes und die wichtige Deadline. Es ist mir mehr als einmal passiert, dass ich etwas übersehen habe, so dass dann unnötiger Stress entstand. Und, rein emotional ist mir das zu wenig „greifbar“ – ich gucke doch nicht so oft in den digitalen Kalender rein, und dann verpasse ich etwas. Um Termine mit meinem Mann zu teilen, ist die digitale Lösung super, aber ich brauche für mich noch was Handschriftliches. Old school eben. Und dafür ist das Bullet Journal leider nicht der richtige Weg.
Erst habe ich überlegt, ob ich mir nicht einen eigenen Wochenkalender in mein Bullet Journal reinmale. Manche Leute zeichnen sich Woche für Woche eine Übersicht, ich hätte aus den genannten Gründen gleich eine für mehrere Monate gebraucht. Dafür fehlt mir aber das Talent, die Zeit, und ganz ehrlich: auch die Lust. Ich möchte einen richtigen Kalender. Und dazu ganz viele Notizseiten, die ich wie im Bullet Journal für Listen und Notizen benutzen kann.
Im Internet findet man Leute, die aus ihren Bullet Journals richtige kleine Kunstwerke gemacht haben, die zum Teil an die zurzeit so beliebten Malbücher für Erwachsene erinnern. Wer’s mag, für den ist es sicher toll, aber ich habe in dieser Hinsicht keinen Ehrgeiz – ich möchte ein schlichtes Werkzeug, das mir hilft, mein Leben zu organisieren. So war das Bullet Journal ja auch ursprünglich gedacht. Mittlerweile gibt es so viele Ergänzungen und Ideen zum Konzept Bullet Journal: Dankbarkeits-Seiten, Filmgucke-listen, Buch-Lese-Pläne, dazu Kontrollseiten, ob man auch täglich genug Wasser getrunken, meditiert, Sport gemacht, die Küche geputzt und auf Instagram gepostet hat. Wenn ich mir angucke, was andere Leute aus ihrem Bullet Journal machen, fühle ich mich überfordert und unter Druck, weil ich eben nicht so hübsche Übersichten in mehreren Farben zeichnen kann und möchte. Ich habe nie einen Kalligraphie-Kurs besucht und habe auch keine besondere Freude am Ausmalen (ich stricke lieber!). Ich will, dass jemand anders mir einen hübschen, funktionalen Kalender macht.
Dann war meine Idee, dem Bullet Journal quasi einen Kalender vorzuschalten und das Ganze dann zusammen in einem Umschlag zu befestigen. Dann hätte ich auch gleich mein Strickdesign-Skizzenbuch mit da hinein packen können und hätte alles an einem Platz. Solche Systeme braucht man sich auch nicht zu basteln, sondern es gibt sie als fertigen Bausatz zu kaufen: Umschläge, Kalender- und Notizeinlagen und Gummibänder, mit denen man die Einlagen befestigt (z. B. von X17). Aber diese Lösung war mir dann doch zu provisorisch, zu fummelig. Mit meinem alten Filofax hätte ich das auch hinbekommen, aber da finde ich die Seiten mittlerweile viel zu klein. Mein Eindruck ist, dass das Filofax-System nach dem Bullet Journal-Boom eine Renaissance erlebt – die Strickdesignerinnen, von denen ich damals das Bullet Journal empfohlen bekommen habe, sind mittlerweile auf Filofax im A5-Format umgestiegen. Meiner hat aber die kleinere Größe („Personal“) und mir einen neuen, größeren anzuschaffen, war mir jetzt erstmal zu teuer.
Nach mehreren Tagen obsessiven Recherchierens habe ich etwas wirklich Tolles gefunden: Den Weekview Business Planner. Etwas größer als A5, mit Jahresübersichten für 3 Jahre und schön strukturierten Wochenplänen. Auf denen ist genug Platz für Notizen und die Aufgaben-Liste ist schon fertig drin, sogar mit verschiedenen Prioriäten. Die macht wöchentlich für mich ohnehin mehr Sinn als täglich, denn meistens schaffe ich nur die Hälfte, und beim Bullet Journal musste ich dann am nächsten Tag immer alles neu aufschreiben.
Hinten drin gibt es einen indizierten Teil für Listen und Notizen, auch hier nimmt mir der Planer schon die ganze Arbeit ab. Schön gelayoutet und verarbeitet ist das Ganze auch noch, und als Extra hat mein Planer noch ein Register (zum Selbst-Einkleben), bunte Stickerchen (nicht nötig, aber nett) und einen radierbaren Tintenroller dabei – den ich überraschend gut finde. Bei Weekview findet man auch noch andere Wochenplaner, alle nicht wirklich teuer. Einige sind jetzt zum Ende des Jahres schon runtergesetzt, und die sehen zum Teil noch cooler aus als meiner – der Compact Note 2017 mit den Riesen-Zahlen vorne drauf ist von außen eindeutig der schickste, aber er ist kleiner und innen ist die Wochenaufteilung etwas anders. Das Konzept der Weekview-Kalender finde ich auch gut: Der Kalender soll nicht nur für eine Elite da sein, sondern allen Leuten helfen, ihre Ziele und ihr Leben in den Griff zu bekommen – auch wenn sie gerade in schwierigen Lebenssituationen stecken. Der Gründer von Weekview engagiert sich in einem Verein für ehemalige Drogensüchtige, den man mit dem Kauf der Kalender unterstützt.
Ein schöner, nützlicher Kalender, der genau meinen Bedürfnissen entspricht, und mit dem ich auch noch Gutes tue – genial. Ich bin sehr happy damit, und der Abschied vom hippen Bullet Journal fällt mir damit nicht schwer. Prioritäten setzen, den Überblick behalten, mir Auszeiten nehmen – genau das wird mir sicher gut tun in 2017. Ich werde berichten, wie es damit läuft!
P. S.: Ich finde das Bullet Journal immer noch klasse und nützlich, und es hat die auf dem Markt erhältlichen Planer-Systeme sicher inspiriert und verbessert. Darum Danke, Ryder!
P. P. S.: Weekview macht übrigens auch Einlagen für den A5-Filofax!
P. P. P. S.: … und jetzt, im Februar, kostet der schöne Business Planner nur noch 19,90 bei Amazon
:))
- zwei Lesebändchen
- Quartalsplanung
In 2008 I stopped using a paper calendar/planner. I had my appointments on my computer, also a non-organized notebook, to-do-lists and post-its flying around. Plus the nagging feeling that chaos was taking over. That was kind of okay during a couple of years, my kids were small (so there was chaos anyway), I did not have lots of appointments apart from vaccinations and kindergarten stuff. However, when I saw someone mentioning a miracle method to organize your life, work and everything called „Bullet Journal“, I knew I wanted to try it. Other knitwear designers mentioned it helped them get their life under control. I wanted that, too! The inventor of this method has published a video on how to do it (Youtube-link).
I thought this was very clever and I have been using it ever since, carrying my big Moleskine with an added Leuchtturm Pen Loop everywhere. I mostly used it for my daily to-do list and notes, also shopping lists and event planning.
But right from the start I had the feeling that something important was missing: A real calender where I could write down future events, even those that are kind of trivial, but come with a time and a day. The Bullet Journal has a „Future Log“, a spread where you have a box for each month to write down future events. But they end up in the wrong order, and there is not enough space to accommodate parent-teacher-days, the days when the paper recycling box needs to go out or the days the library bus stops in our village. The monthly spreads that you create at the beginning of each month are not much better – I always thought it felt funny to use it to write down the dates when the organic trash would be emptied in my fancy monthly overview.
I did have all my appointments on my computer and my phone – but that was not enough. It happened to me more than once that I messed up adding events on my phone: Wrong time, no title, no clue what I meant. Also, all events are equally sized in the overview: the big deadline and my son’s piano lesson. I feel that I have more control if I can write down things by hand. I love sharing events and appointments with my husband on iCal, but I want to have them on paper, too – and unfortunately that does not work for me with the Bullet Journal.
First I thought I would add a weekly calendar to my Bullet Journal by hand. Some people draw a weekly spread for themselves every week, but I would have needed to make 52 at once to fit my needs. I have no talent for that, no time and also: I don’t want to. I want a real calendar that somebody else (or a printing machine) has made for me, plus lots of blank pages to keep on making lists and taking notes as in the Bullet Journal.
If you search the internet, you will find lots of people who have converted their Bullet Journals to real works of art, some of them resembling colouring books for grown-ups that seem to be very popular nowadays. That may be a nice pastime for some, but not for me. I have no ambition to beautify my notebooks. I want a simple tool to help me organize my life. And that is, as far as I understand it, the original idea of the Bullet Journal. When I look at all the modifications and ideas surrounding the Bullet Journal I cannot help but feel overwhelmed and under pressure: gratitude logs, pretty lists of movies to watch and books to read, tools to track whether you have had enough water, did mediate, exercise, clean the kitchen and post on Instagram. If you are into this kind of thing, check out this website. I personally prefer to spend my time knitting – I want somebody else to design a pretty and useful calendar for me.
First I thought I would just add a calendar to my journal – there are systems out there that let you have various little notebook attached to one cover with rubber bands (e. g. X17). I even could have added my knitwear design sketchbook to that system, so everything would have been in one place. But after years with a solid notebook, this did not feel stable enough. I also could have achieved this by reviving my old Filofax, but the pages are too small for my taste (I have the personal size). By the way: Those knitwear designers who recommended the Bullet Journal to me a few years ago are now returning to the Filofax system, so it may be the next hot planning thing!
After a few days of obsessive research I found something that I really like: The Weekview Business Planner. It is a bit smaller than my Moleskine and has a beautiful and well-structured weekly spread. Enough space for my tasks (they come with pre-set priorities) and notes. A weekly task list makes more sense for me, as I usually cannot complete everything that I have to in one day, and the Bullet Journal made me re-write everything that I had not accomplished the next day (which, for obvious reasons, I did not like that much).
In the back of the book there are pre-indexed lists and notes, so the planner does all the work for me. I think the layout is really cool, and I love the little index tabs you can add. There are also little stickers (unnecessary but nice) and an erasable pen (which I find surprisingly useful). On the Weekview Web Page you will find various planning books, most of them in German, but one of them is available in English (slightly smaller and the layout is a bit different). I also like the story of these planning books: They are designed to help everyone, not only those who are well-educated and know about time management, to organize their lives, especially in difficult times. The founder of Weekview is a volunteer in a project for former drug addicts, and some of them find employment in his company.
I am going to give this a try – right now, I am pretty excited about my Weekview Business Planner, so saying goodbye to the Bullet Journal is not really hard. I will keep you posted on how it goes!
P.S.: All that said, I still think the Bullet Journal Method is awesome and useful, and if you look at the planners and notebooks that are on the market today, the Bullet Journal has certainly been an inspiration and has helped improve planning and journaling systems. Thanks, Ryder! I just found that I need more guidance and more structure when it comes to planning – but that’s just me!
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