Unsere Projektbeutel made by Manomama

Ihr wisst ja schon, dass ich meine Pubertät in den 80ern erlebt habe und tief in meinem Herzen eine kleine Ökotante bin. Außerdem (auch das ist ja bekannt!) liebe ich Pink. Und (das ist nun weniger offensichtlich) ich versuche, ein bisschen Ordnung in das Chaos hier zuhause zu bringen. Da fange ich gerne bei mir selbst und meinem Strickzeug an: Anleitung, Garn und Nadeln immer hübsch beieinander. Also musste ein Strickmich! Projektbeutel her: In Biobaumwolle, hergestellt in Deutschland zu fairen Arbeitsbedingungen, und natürlich in Pink! Und so groß, dass die gedruckten Strickmich!-Anleitungen im A5-Format mit hineinpassen.

Also hab ich einfach bei Manomama in Augsburg gefragt, ob sie für Strickmich! solche Beutel nähen können. Dort finden Menschen, die es sonst auf dem Arbeitsmarkt schwer haben, einen Job – mit nachhaltig und fair in Deutschland produzierter Mode. Die Zusammenarbeit hat prima geklappt, die Beutel sind genau so geworden, wie ich es mir vorgestellt habe. Und ich freue mich sehr, dass wir sie nicht nur unseren Strickmich! Club-Mitgliedern als Geschenk in ihre zweite Lieferung packen konnten, sondern sie auch für alle im Strickmich! Shop anbieten können.

Der Strickmich! Projektbeutel ist 24 cm breit, 26 cm hoch und hat einen runden Boden mit 15 cm Durchmesser – ideal für Garn, Nadeln und Anleitungen im A5-Format. Mit doppelter Verschlusskordel zum schnellen Öffnen und Schließen. Mit Strickmich!-Logoetikett in der Seitennaht. 100% Baumwolle aus kontrolliert biologischem Anbau, hergestellt in Deutschland vom Garn bis zur Naht, genäht von Manomana in Augsburg.

Ab sofort im Strickmich! Shop.

Toranja

„Toranja“ ist das portugiesische Wort für „Grapefruit“, denn das war mein erster Gedanke beim Anblick dieser Farbkombination. Ich liebe pinke Grapefruits! Sie sind nicht nur farblich eindeutig die hübschesten Zitrusfrüchte, sondern auch extrem lecker als Saft, den man super mit (alkoholfreiem) Bier, Aloe vera-Saft oder auch einem Schuss Wodka mixen kann. Und das viele Vitamin C darin hilft, dass wir uns im Winter nicht erkälten – genau wie der schöne weiche Cowl, den ich aus diesem grapefruitfarbenen Garn gestrickt habe.

Man beginnt mit einem provisorischen Anschlag, arbeitet schräge Zacken und fügt die süßen kleinen Quadrate ein, die das Garn dezent poolen lassen. Interessant, aber gar nicht kompliziert zu stricken. 120 Gramm ergeben einen halsnahen Cowl wie auf den Fotos, mit mehr Garn lässt er sich zu einem Loopschal vergrößern. Viel Freude damit!

Die Anleitung gibt es als Download und gedruckt im Strickmich! Shop, außerdem haben wir eine limitierte Anzahl von Kits mit dem Original-Clubgarn vorrätig. Die Anleitung ist auch bei Ravelry verfügbar.

Die wiedergefundene Stricklust

Manchmal sitze ich abends auf dem Sofa, das Strickzeug auf dem Tischchen neben mir. Da liegt es, das herrliche Garn, und die schön spitzen Nadeln, und das hübsche Tuch, auf das ich mich schon freue. Und doch lasse ich es lieber liegen. Meine Hände wollen eine Pause. Mein Hirn will lieber mit meinem Mann reden oder ein paar lustige Sachen auf Twitter lesen. Das geht meistens schnell vorbei, und am nächsten Abend haben mein Strickzeug und ich wieder viel Spaß miteinander. Aber neulich – ich mag es kaum hinschreiben – war meine Stricklust für mehrere Tage, nun ja: weg. Nicht mehr da. Ich fühlte mich leergestrickt, ich hatte weder Lust auf Socken noch auf Tücher noch auf einen tollen Pulli oder eine schöne Jacke, obwohl ich mir schon länger vorgenommen hatte, mal wieder ein richtiges Kleidungsstück zu stricken. Ich fing an, mir Sorgen zu machen. Aber dann fiel mir ein, dass ich schon öfter solche Nicht-Strick-Phasen hatte. Während meiner zweiten Schwangerschaft wurde mir regelmäßig schlecht, wenn ich an lange Wollfäden dachte. Eine Zeitlang wollte ich lieber Taschen nähen als stricken. Irgendwann erschien Spinnen viel interessanter als Stricken. Aber ich kam immer wieder zurück zu meinen geliebten Nadeln.

Als ich mich daran erinnerte, wurde mir schlagartig klar, was ich tun musste, um meine Strick-Lust wieder zum Leben zu erwecken: Einfach mal was Anderes machen, anders kreativ sein, etwas Neues lernen. Dabei ist es ziemlich egal, was, so lange es das Hirn auf eine etwas andere Weise fordert als das Stricken. Vielleicht ein paar Brocken Spanisch mit einem Podcast lernen, ein Blumenbeet bepflanzen, zum ersten Mal eine Torte mit bunten Marzipanblumen verzieren, verschiedene Kirchen besichtigen, endlich die Barré-Griffe auf der Gitarre lernen. Oder ein paar alte Freundinnen besuchen, mit der Oma ein Spaghettieis essen oder mit der kleinen Nichte Schwimmen üben – gerade der Sommer bietet unzählige Möglichkeiten, ein bisschen Abstand zum Stricken zu gewinnen. Und dann, ganz überraschend: Da ist sie, die Farbkombination, die ich sofort in einem neuen Tuch verarbeiten muss. Das Sockengarn, das mich aus dem Regal anlacht, möchte plötzlich unbedingt verstrickt werden, und in einem alten Handarbeitsheft finde ich die perfekte Anleitung für einen neuen Pulli – und da ist sie wieder, die Strick-Lust. Von ganz allein!

Was hilft Dir, wenn Dir die Strick-Lust mal abhanden kommt?

P. S.: Den hübschen Projektbeutel auf dem Foto gibt es jetzt im Strickmich! Shop.

Wolkig

In der „First Fall & Holiday Headstart 2017“-Ausgabe des Strickmagazins Knitty ist meine Anleitung „Wolkig“ erschienen.

Mit freundlicher Erlaubnis von Knitty darf ich hier die deutsche Übersetzung veröffentlichen. Viel Spaß beim Stricken!

Ich liebe Cowls – sie sind so praktisch, weil sie nicht verrutschen oder sich von selbst lösen, und sie halten warm. „Wolkig“ ist spiralig gedreht und bietet dadurch extra viel warmes Volumen. Diese Form entsteht durch geschickt platzierte Zu- und Abnahmen und ist schön elastisch. Beim Überziehen lässt sie sich in die Breite dehnen, so dass der Kopf (und die Frisur!) gut hindurchpasst, dehnt man ihn in die andere Richtung, sitzt er angenehm wärmend nah am Hals. Such Dir einen Strang extra-luxuriöses Merino-Seiden-Garn aus (semisolid oder multi) und lass beim Stricken die faszinierende Spiralform entstehen. Das beste an dieser Anleitung: Sie besteht aus nur einer Zeile. Nimm Dein Projekt mit zum Stricktreff, in den Bus, ins Kino – es ist so einfach zu stricken, dass Du die Anleitung gar nicht mitzunehmen brauchst. Mit Deinen Freundinnen zu quatschen oder nebenher einen Film zu gucken ist gar kein Problem.
Falls Du magst, kannst Du auch mehr Garn benutzen und Deinen Cowl länger stricken, so dass Du ihn auch als sehr voluminösen Schal verwenden kannst.

Maße
26 cm weit, 36 cm lang

Material
Manos del Uruguay Fino (30% Seide, 70% Merinowolle, 450 m/100 g), Farbe: SF415 „Silver Teaset“ (erhältlich im Strickmich! Shop), 1 Strang.
• 4 mm Rundstricknadel, 60 cm lang
• 4 Maschenmarkierer
• Stopfnadel

Maschenprobe
22 Maschen / 26 Reihen = 10 cm glatt rechts

Abkürzung
3liZus = 3 links zusammenstricken
kfb = Erste Masche rechts herausstricken, aber die alte Masche auf der linken Nadel lassen.
Nun ein zweites Mal in den hinteren Teil der Schlaufe einstechen und eine zweite Masche herausstricken, dann die alte Masche von der linken Nadel rutschen lassen.
Video: http://www.strickmich.de/kfb

Anleitung
200 Maschen anschlagen und zur Runde schließen, dabei nicht verdrehen.

Anfangsrunde: [6 links, 3liZus, 39 rechts, kfb, kfb, Marker setzen] 4-mal.

Grundmuster: [6 links, 3liZus, 39 rechts, kfb, kfb, Marker herübergleiten lassen]

Grundmuster wiederholen, bis das Garn fast aufgebraucht ist und lose abketten.

Ausarbeitung
Fäden unsichtbar vernähen.

Viel Freude damit!

Diese Anleitung ist zwar kostenlos, unterliegt aber, wie alle meine Anleitungen, dem Urheberrecht. Sie zu kopieren, im Internet zu verbreiten (facebook etc.), ohne mein schriftliches Einverständnis zu übersetzen, per e-mail zu verschicken, die Fotos ohne mein Einverständnis zu verwenden oder die Anleitung für kommerzielle Zwecke zu nutzen (z. B. auszudrucken und zu verkaufen, damit hergestellte Strickstücke zum Verkauf anzubieten), und sie nachzuahmen ist untersagt. Danke für Ihr Verständnis.

Green Light Shawl


Grün und leicht – und grünes Licht für alle, die sich endlich mal an ein Tuch mit Lochmuster herantrauen möchten! Denn hier geht es ganz entspannt kraus-rechts los, die Spitzenkante wird erst am Schluss gearbeitet. Das Ergebnis: ein schräg gestricktes aber symmetrisches Tuch in attraktiver Sichelform mit einer hübschen Spitze, klassisch, schön, elegant, leicht und aus einem faszinierend exotischen Garn. Der Hauptteil ist kraus-rechts gearbeitet, die Bogenform entsteht dabei durch zwei geometrische Flächen, die geschickt miteinander kombiniert werden.

Die Kante strickt man am Ende quer an die vorhandenen Maschen an. Ein schönes Projekt, um sich auf den Urlaub zu freuen: Den kraus-rechts-Teil schon mal zuhause fertigstellen und dann die Lace-Kante ganz in Ruhe im Liegestuhl am Strand dranstricken! Aus noch nicht einmal einem Strang federleichten Yak-Seide-Garns entsteht ein Tuch, dessen Maße auch großen Frauen gut passen. Es lässt sich beliebig vergrößern und an die vorhandene Garnmenge anpassen (Angaben dazu in der Anleitung).

Tuch auf den Fotos:
Länge: 230 cm, Tiefe: 33 cm, 57 Gramm, Farbe: Apfel.

Die Anleitung und das Garn für dieses Projekt bekommen Sie im Strickmich! Shop, die Anleitung auch auf Ravelry.

Von Schwarzen Löchern

Ich stricke schon seit Wochen an einem großen Lacetuch und es will scheinbar kein Ende nehmen, egal wie viele Stunden ich damit verbringe. Ein Projekt, das die Zeit schluckt und aus Antimaterie zu bestehen scheint, die jede gestrickte Masche wieder aufribbelt, sobald man es zur Seite legt… ein gestricktes Schwarzes Loch!

Ich hab mir schon so manches mal gewünscht, einfach die Turbostrickfunktion einschalten zu können und endlich fertig zu werden! Sicher kann man üben, schneller zu stricken. Die Methode, die die meisten Strickerinnen auf dem Europäischen Festland verwenden („Continental Knitting“) ist im Durchschnitt schon relativ schnell: Dabei holt man den Faden von vorne nach hinten durch die Masche. Aber den Geschwindigkeitsrekord halten Strickerinnen, die sich eine Nadel unter den Arm klemmen und den Faden jeweils um die Nadel „herumwerfen“. Strick-Guru Stephanie Pearl-McPhee gibt sogar Kurse in diesen Techniken, eben mit dem Ziel, noch schneller zu werden.

Da ich seit Kindertagen Kontinentalstrickerin bin, werde ich mit meiner Strickgeschwindigkeit wohl immer im guten Durchschnitt liegen, aber keine Rekorde aufstellen. Ich habe aber festgestellt, dass mir zwei Dinge helfen, ein Projekt schneller fertig zu bekommen:

a) das Strickzeug immer dabei haben und wirklich bei jeder sich bietenden Gelegenheit stricken (statt z. B. das Smartphone herauszuholen).

b) von vornherein Projekte wählen, die Abschnitte und interessante Wendungen haben – es motiviert ungemein „noch bis zur nächsten Ecke“ oder „noch bis zum nächsten Streifen“ weiterstricken zu wollen.

Also: Leider nein, keine Tricks. Aber vielleicht noch ein Gedanke, der zum Sommer passt: Vielleicht kommt es beim Stricken ja gar nicht auf die Geschwindigkeit an, und auch nicht darauf, alles möglichst schnell fertig zu stricken. Sondern darauf, dass wir dabei eine schöne Zeit haben. Einfach jede Masche genießen – egal ob schnell oder langsam.