Strickmich! Club Anstrick-Event No. 4

Mit etwas Verspätung, aber gleichbleibendem Enthusiasmus ist hier das Anstrick-Video für das vierte Club-Projekt 2017. Viel Spaß beim Stricken!

Viertes virtuelles Anstrick-Event des Strickmich! Club 2017 from Martina Behm on Vimeo.

Den Überblick behalten

… ist manchmal gar nicht so einfach! Ich habe gemerkt, dass ich einen richtigen Papierkalender dafür brauche. Da geht nichts verloren, ich habe die Woche komplett im Blick und habe eine nach Prioritäten geordnete To-Do-Liste, in die alles reinkommt: von der neuen Strickanleitung, die gelayoutet werden muss, bis hin zum Termin zum Reifenwechseln. In diesem Video bekommst du einen Einblick in meine Wochenplanung. Viel Spaß!

WochenplanungWeekview from Martina Behm on Vimeo.

Dibadu im Strickmich! Club 2018

                               

Bunt, bunter – Dibadu! Barbara Wolff liebt Farben, das merkt man ihren handgefärbten Garnen sofort an, und auch beim Stricken mag sie es gerne bunt: „Einfarbige Projekte sind einfach nicht meins, ich mag es modular und vielfarbig. Auch wenn ich am Ende 295 Fäden vernähen muss!“ Ihre Leidenschaft fürs Handarbeiten reicht weit zurück: „Ich gehörte zu den Schülerinnen, die in den 70ern und 80ern auch im Unterricht gestrickt haben“, sagt Barbara. Danach studierte sie Musik und Instrumentalpädagogik, wurde Orchester-Flötistin, arbeitete als Flötenlehrerin und gründete mit ihrem Mann Dirk eine Familie. „Beim Stricken gab es dann eine Art Zwangspause – denn mit 4 Kindern bleibt nicht mehr wirklich viel Zeit und Muße für Kreativität“, sagt Barbara.

Als der jüngste mit 3 Jahren in den Kindergarten kam, wurde das anders: „Ich besann mich darauf, was mir als Jugendliche am meisten Freude gemacht hat: Stricken!“ Auf der Suche nach schöner Wolle stieß sie auf handgefärbte Garne. „Das klang exotisch, spannend und verheißungsvoll“, erzählt sie. Und so fing sie an zu experimentieren – und kann seitdem nicht mehr von den Farbtöpfen lassen. Der Schritt von der Musik zur Farbe war für Barbara kein großer: „Ich bin Synästethikerin, für mich sind Töne, aber auch Buchstaben oder Zahlen einfach bunt“, sagt sie. So komponiert sie mit jedem Strang handgefärbten Garns eine neue, kleine Farbsymphonie für uns!


Ein Trio Aquarell aus Barbaras Werkstatt (Foto: M. Behm)

„Beim Färben lege ich großen Wert darauf, dass das Garn gleichmäßig und harmoisch wirkt, wenn es verstrickt ist und im Normalfall nicht poolt. Es soll nicht plötzlich zufällig irgendwo ein roter Klecks auftauchen!“ sagt Barbara. Nur, wenn es beabsichtigt ist, darf Pooling stattfinden, wie zum Beispiel bei ihren „Sockenmaler“- oder „Maschenmaler“-Garnen. Eine kleine Besonderheit sind Barbaras „Trios“: Drei Stränge, die farblich zusammenpassen, aber dennoch unterschiedlich sind. Mal ist es ein kleiner Farbverlauf, mal eine besondere Sprenkelung oder eine gemeinsame Grundfarbe. „Jedes meiner Trios erzählt eine Geschichte zu dritt“, sagt sie. Auf Wollmärkten und in ihrem Onlineshop zeigt Barbara die ganze Breite ihres Könnens: Ob hauchzartes Angoragarn oder dicke Mützenwolle, Doppelstrang-Farbkombinationen oder Mini-Sets – alles wird unter ihren Händen aufregend bunt und wunderschön.

Was sie für den Strickmich! Club 2018 färben wird? Lassen wir uns überraschen! Wir hier bei Strickmich! sind jedenfalls überglücklich, dass Barbara zugesagt hat, eines ihrer wunderbaren Garne zu unserem Club beizutragen. Herzlich willkommen!

P. S.: Die Anmeldung für den Strickmich! Club beginnt am 6. November auf unserer Anmeldeseite.

Fotos: Dibadu

Zwei rechts, zwei links

Wer hat eigentlich mit dem Stricken angefangen? Warum stricken die Amerikanerinnen anders als wir? Woher kommen die verschiedenen Einstrick- und Zopfmuster, die in verschiedenen Regionen der Welt so unterschiedlich aussehen? Ebba Drolshagen, leidenschaftliche Strickerin, Übersetzerin und Schriftstellerin, hat in ihrem Buch „Zwei rechts, zwei links“ alles, was es übers Stricken zu erzählen gibt, auf höchst vergnügliche Weise aufbereitet. Sie schlägt einen Bogen von Elizabeth I., die ihren Untertanen tatsächlich vorschrieb, an Sonntagen handgestrickte Wollmützen zu tragen, bis hin zu Ravelry, einer Internet-Datenbank für Strickerinnen, deren Aufbau unter Programmierern, die sonst mit Stricken gar nichts am Hut haben, als vorbildlich gilt. „Zwei rechts, zwei links“ zeigt deutlich, was ich schon immer vermutet habe: Stricken schafft ungewöhnliche Verbindungen, setzt kreative Kräfte frei und macht auf diese Weise die Welt ein kleines bisschen besser – darum habe ich auch sehr gerne ein Vorwort für Ebbas Strickbuch verfasst.

Für alle, die neugierig auf Buch und Autorin sind: Am 18. November wird uns Ebba Drolshagen hier beim Stricktreff in Damsdorf besuchen und um 15.30 Uhr aus ihrem Buch vorlesen (Eintritt frei!) und natürlich für Fragen und Gespräche zur Verfügung stehen. Wir freuen uns!

Das Buch gibt es ab sofort auch im Strickmich! Shop.

Blacker Yarns im Strickmich! Club 2018

                                 

Und hier ist sie, die dritte Garnlieferantin für den Strickmich! Club 2018: Sue Blacker mit ihren wunderbaren Blacker Yarns!
Sue ist keine Handfärberin, sondern eine virtuose Garnkomponistin: Ihre kleine Spinnerei in Cornwall, die sie seit 2005 führt, hat sich auf reine Naturgarne aus der Wolle einheimischer Schafsrassen spezialisiert. „Die Schafzüchter können ihre Vliese zu uns bringen und zu Strickgarn verarbeiten lassen, auch wenn es nur kleine Mengen sind“, erzählt sie. Welche Fasern für welche Art von Garn geeignet sind, welche Spinn-Art und Verzwirnung sich am besten eignen, und wie man aus Fasern verschiedener Rassen und Arten ein gefälliges Strickgarn zusammenstellt, dafür ist Sue Expertin. „Wir haben mit der Zeit gelernt, dass man nicht alles aus jeder Wolle herstellen kann“, sagt sie. „Die Eigenschaften der Faser sind sehr wichtig: Dicke, Gewicht, Elastizität, Widerstandsfähigkeit, Glanz, das alles gilt es zu berücksichtigen, und dabei helfen wir unseren Kunden.“


Brushwork – ein besonderes Garn aus Wolle der Scottish Bowmont-Schafe

Dieses Expertenwissen wendet Sue auch für ihre eigene Garnmarke „Blacker Yarns“ an: Neben reinen Shetland-, Gotland- oder Bluefaced-Leicester-Garnen hat sie edle Mischungen mit Seide, Leinen oder einer Komposition aus Wolle von verschiedenen Schafsrassen im Programm. „Tamar“ zum Beispiel besteht aus Fasern von Wensleydale, Teeswater und Leicester Longwool, die alle aus langen, schimmernden feinen Haaren bestehen und dem Garn einen besonderen Glanz verleihen – sehr schön für Tücher und fließende Tuniken. „Mit solchen Garnen tragen wir auch zum Erhalt dieser seltenen Schafsrassen bei“, sagt Sue – ein ganz wichtiger Aspekt ihrer Arbeit.


Blacker Tamar Lustre Blend

Sue Blacker ist tatsächlich eine der erstaunlichsten Persönlichkeiten, die man in der Woll-Welt antreffen kann: Sie studierte Geschichte und arbeitete danach bis in die 80er Jahre hinein als Bankerin in der Londoner City. „Aber 1989 gab es da ein paar strukturelle Veränderungen, und immer nur Investment-Analysen zu machen, wurde mir langweilig“, erzählt sie. Mit ihrem Mann suchte sie ein Haus auf dem Land, und in Cornwall, ihrer Heimat, wurden sie fündig. Sue beriet kleine Unternehmen und gemeinnützige Organisationen und schaffte sich nebenher ein paar Schafe an. „Der Rasen war so groß, und wir brauchten die Tiere, um ihn kurz zu halten,“ sagt sie.


Sue mit ihrer Schafherde

Eine schicksalhafte Entscheidung: Die Schafe mussten geschoren werden, Sue brachte die Wolle zur Spinnerei. Nach ein paar Jahren erfuhr sie, dass deren Besitzer sich zur Ruhe setzen wollten und einen Nachfolger suchten. „Das war meine Gelegenheit – ich liebe Gelegenheiten!“, sagt Sue. Und so übernahm sie die Spinnerei, zog damit von Wales nach Cornwall um, schaffte neue Geräte an, um verschiedenartige Garne herstellen zu können und investierte in eine eigene kleine Färberei. „Ich wollte etwas für die kleinen Bauern und die Strickerinnen tun, indem ich aus einheimischen Fasern schöne Garne herstelle“, sagt sie. „Als ich anfing, mussten wir erst einmal allen erklären, warum man mit Wolle statt Acrylgarn stricken sollte“, erzählt Sue.

Eindrücke aus der Spinnerei

Sue ist aber nicht nur Unternehmerin, Faserexpertin, Schafzüchterin und Woll-Aktivistin (siehe hier ihr sehr lesenswerter Blog zu all diesen Themen), sondern auch Strickerin und Designerin: „Ich arbeite gern mit verschiedenen Texturen, ich mag Zopf- und Brioche- und Broken-Rib-Muster, die sehen in einem Tweedgarn besonders schön aus“, sagt sie. „Ich stricke nur, was ich auch selbst haben möchte, am liebsten etwas, bei dem ich nicht zu viel denken muss. Ich habe eine riesige Strickbibliothek mit Büchern von Elizabeth Zimmermann und vielen mehr. Und natürlich viel mehr Ideen als Zeit!“ Sue strickt am liebsten Garne, die einen speziellen Charakter, „eine Präsenz“ haben, wie sie sagt. „Ich mag es gar nicht, wenn ein Garn wie gekochte Spaghetti durch meine Finger flutscht!“ Die Farbpaletten von Sues Garnen sind übrigens die schönsten, die mir als Strickerin begegnet sind. Und darum freue ich mich sehr, dass Sue eines ihrer Garne für den Strickmich! Club in einer ganz neuen, exklusiven Farbe zur Verfügung stellen wird. Ich bin schon sehr gespannt!


Die wunderschöne Farbpalette von Blacker Samite

Die Anmeldung für den Strickmich! Club 2018 beginnt im November auf unserer Anmeldeseite.